Die 1% Regel
Im Web 2.0 sollen am besten die Nutzer den Inhalt liefern, man spricht auch in dem Sinne meist von Social Software und “user generated content”, sprich die Besucher einer Webseite sind maßgeblich für den Inhalt verantwortlich. Jede neue Seite hat natürlich zum Anliegen, dass man viele Nutzer hat und diese auch als Community den Inhalt der Seite erweitern, Social Networks sind in der Hinsicht natürlich spezielle Kandidaten. Ist es logisch, dass die Nutzer den Inhalt produzieren? Muss man die nötigen Tools und die coolen Features online stellen, damit die Nutzer gleich anfangen können drauf loszuschreiben? NEIN, dem ist leider ganz und gar nicht so. Denn was viele nicht ahnen, ist dass der Inhalt meist nur von sehr wenigen Mitgliedern und Nutzern gestaltet wird, um genau zu sein meist nur von 1% der Nutzer.
It’s an emerging rule of thumb that suggests that if you get a group of 100 people online then one will create content, 10 will “interact” with it (commenting or offering improvements) and the other 89 will just view it.
Earlier metrics garnered from community sites suggested that about 80% of content was produced by 20% of the users, but the growing number of data points is creating a clearer picture of how Web 2.0 groups need to think. For instance, a site that demands too much interaction and content generation from users will see nine out of 10 people just pass by. - guardian
Also von 100 Leuten wird nur einer auch wirklich Inhalt schreiben, 10 werden den Inhalt irgendwie benutzen und die restlichen 89 Leute werden es nur lesen, im besten Falle. Gute Beispiele sind zb Digg oder Wikipedia.
Das sind schon ganz harte Tatsachen, und wenn man auf sowas nicht gefasst ist, kann sehr schnell die Ernüchterung kommen, und die Motivation sinkt in den Keller. Was heißt das nun im Klartext? Den Kopf nicht hängen lassen, denn die ganzen Seiten im Netz funktionieren ja nach genau diesem Prinzip und sie haben auch die kritische Masse irgendwann erreicht. Die Kunst liegt darin Geduld zu haben und auf die richtigen Nutzer zu warten, die das Produkt irgendwann in die gewollte Richtung lenken und für Schwung und Wachstum sorgen.
Ich glaube das ist die spannende Frage die viele derzeit in das Netz treibt. Wie bekommt man genau diese 1% an Usern um an der eigenen Seite mitzuwirken? Incentives wie sie bei XING eingesetzt ( — Nach 10 erfolgreichen Einladungen 1 Monat Gratis Mitgliedschaft —) sind hier sicherlich ein Weg um dem Ziel einen kleinen Schritt näher zu kommen.
Comment by Stefan Berge — March 12, 2007 @ 2:35 pm
ja wenn man denn überhaupt premium-bereiche hat. xing ist aber als free account absolut nicht mehr nutzbar, da wird man ja regelrecht gezwungen zu einem premium account, aber andererseits ist das auch eine andere zielgruppe, die business leute geben eher 6€ im monat aus, als otto-normal bürger
Comment by Silab — March 12, 2007 @ 2:44 pm
richtig, mann muss premium ja aber auch nicht immer so in verbindung setzen, dass man ansonsten etwas dafür bezahlen muss. wie wäre es mit einem bereich auf den man erst zugriff hat, wenn man bestimmt “meilensteine” erreicht hat? so könnte man auch einen anreiz schaffen, dass sich die nutzer mehr auf der jeweiligen plattform einbringen.
Comment by Stefan Berge — March 12, 2007 @ 3:19 pm
Wikipedia kann man auch nicht mit einem Netzwerk vergleichen.
Dort schaffen sich die Leute die “Arbeit” ja selbst… in Profilen rumschnüffeln, Freunde adden, sinnlose Gruppen bilden, inhaltsloses Gelaber an die Pinnwände der “Freunde” hängen usw.
Die Möglichkeiten zur Kommunikation müssen also sehr ausgefeilt sein.
Leider dienen aber viele Web2.0-Features lediglich der Generierung von Page Views… wozu Gästebuch auf ein Profil muss, frag ich mich ernsthaft. Dazu gibt es doch die interne Mail. Aber nein man muss sich ja selbstdarstellend im Profil der anderen präsentieren…
Irgendwann kommt aber die Ernüchterung bei den Usern… wenn sie merken, dass sie eigentlich nur mit sinnlosen Klicken beschäftigt sind und nichts mehr direkt abläuft.
Comment by mouse — March 13, 2007 @ 1:04 am