Klein aber fein, oder warum haben große Teams Probleme?

Silab | noname community, web | Thursday, March 8th, 2007

Wenn man selber an einem Projekt arbeitet, dann ist es natürlich selbstverständlich, dass man sich auch mal umschaut um zu sehen, was die “Konkurenz” (kann man überhaupt von Konkurenz reden, wir haben ja noch gar nichts online, und im grundegenommen spricht jeder einen anderen Nutzer an, oder vielleicht auch nicht) denn so macht. Vor einigen Tagen wurde nun endlich eine erste Beta von Bloomstreet online gestellt. Sie hatten wohl genug wartende Nutzer und haben auch gut viele Einladung verschickt glaub ich. Ich selber muss zugeben, war auch sehr gespannt, denn die Vorabberichte im Blog, die vielen Parties, die ganze postive Stimmung, machten mich natürlich super neugierig. Die Tatsache, dass da irgendwo auch Bertelsmann beteiligt ist, erhöhte die Erwartung umso mehr. Nun ist der Dienst seit einigen Tagen online, und es macht sich eine allgemeine Ernüchterung breit. Die ersten Kritiken und Einschätzungen sind nicht sonderlich positiv, was mich wirklich sehr verwundert hat. Das Design sagt einigen nicht zu, ok über Geschmack läßt sich zum Glück nicht streiten, aber es sollen auch sehr viele Fehler im System stecken.

Ok um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so direkt, was mir diese Kritiken sagen sollen? Fehler können jedem passieren, und wenn man direkt beim Start durch die vielen Blogs totgepingt wird, dann kann man das auch als positive Entwicklung abbuchen, denn dadurch hat man ja mehr Besucher und mehr Nutzer. Aber man muss sich natürlich schnell fangen und das System am laufen halten, oder kruzzeitig offline nehmen, um die Serverkapazitäten zu steigern (geht wohl sicherlich auch on the fly). Die Kritik der Blogger geht aber vielmehr in die Richtung, dass ein großer Konzern wie Bertelsmann keine guten und agilen Webprojekte realisieren kann. Also nochmal, ist die Firma oder der Konzern zu groß, so kommt am Ende meist was schlechtes oder unfertiges raus. Dem kann ich soweit eigentlich nur zustimmen, denn in großen Konzernen herrscht natürlich eine strikte Hierarchie, wo alles erstmal durch 20 Instanzen durchentschieden werden muss. Kleine Teams von 2-3 Entwicklern können natürlich sehr agil und flexibel arbeiten, sich neuen Gegebenheiten schnell anpassen, neue Entscheidungen sofort treffen und das Projekt auch gegen Ende noch kurzfristig verändern. Die meisten Unternehmen haben mit einer Idee angefangen, die sie aber zwischenzeitlich verändern mussten und am Ende dann auch damit Erfolg hatten.

Als ich dann gelesen habe, dass Bloomstreet ein Startup aus Berlin ist, welches von Bertelsmann finanziert wurde und mit 15 Leuten operiert, wurde mir schon etwas mulmig. 15 Leute sind vielleicht etwas zu viel, aber umso mehr quallifizierte Entwickler, desto schneller kann man arbeiten, naja bis zu einem bestimmten Grad. Sind ja keine 15 Entwickler nehme ich mal an. Wir sind hier beim noname-community project zwei Leute, werden nicht bezahlt und haben alles in der eigenen Hand, und können dadurch super agil arbeiten. Aber es dauert dafür alles natürlich etwas länger zu entwickeln.

1 Comment »

  1. Ein Designer war jedenfalls nicht unter den 15 Leuten, da sehen eure Screenshots schon besser aus ;)

    Comment by ftf — March 8, 2007 @ 5:20 pm

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